Führungen

Südumgehung “ortsnah” – (Variante 2b)

Diese Trasse ist der Stein des Anstoßes. Nach Abschluss des Linienbestimmungsverfahrens im Herbst 2000 hat der Rat der Stadt Neuenrade dieser Trassenführung zugestimmt. Eine offizielle Alternative hierzu gibt es nicht.

Trassenführung:

Die Umgehung soll etwa 200 m südlich der Wilhelmshöhe beginnen. Als Anbindung sind entweder Serpentinen oder ein Kreisel geplant. Die Straße soll, von Werdohl kommend, im Winkel von 90° nach rechts abbiegen.  
ca. 50 m an der Bebauung der Südstraße vorbei (Bei den Entfernungsangaben gilt immer der Abstand von der Hauskante bis zur Straßenmitte.)  
dann etwa 30 m unterhalb des Kreuzes am Knapp in gerader Linie bis zu den Wohnhäusern der Carl-Diem- Straße (Abstand von der Wohnbebauung ca. 60 m)  
von dort über eine Brücke (Höhe 6 m / Länge 40 m) durch den Wald “Im Glocken” direkt hinter den Grundstücken der Straßen “Rüterbruch” und “Wilkestraße” bis zum Friedhof  
von dort aus über den noch nicht genutzten Teil des Friedhofes und dann über eine weitere Brücke (Höhe 18 m! / Länge 200 m!) südlich des Betriebsgeländes der Fima Ossenberg über das Welmecketal  
Die Anbindung an die bisherige B 229 erfolgt im spitzen Winkel auf der Höhe des Hüttenweges.  

 

Es ist KEINE Anbindung an die Innenstadt vorgesehen!

Von dieser geplanten Trassenführung sind folgende Straßen betroffen:
Welmecke – Vollmarstraße – Unterm Glocken – Wilkestraße – Rüterbruch – Am Glocken – Jahnstraße – Im Glocken – Carl-Diem-Straße – Südstraße – Haller Weg/Abzweig Werdohler Straße.

 

Vorteile dieser Trasse:

  • Sie ist nur unwesentlich länger als die bisherige Strecke durch die Innenstadt.
  • Die Fahrzeit wird um wenige Minuten kürzer.
  • Da keine störenden Kreuzungen mit Innenstadt-Anbindung vorgesehen sind, kann sehr zügig gefahren werden.
  • Einkaufszentren (Werdohl, Lüdenscheid…) sind für viele nähergerückt.
  • Sie bietet den Fahrzeuglenkern häufig einen schönen Blick auf die Nordseite und die Stadt unten im Tal (Panorama-Rundweg).

 

 

Nachteile dieser Trasse:

  • Diese Variante der Ortsumgehung bringt eine zu geringe Entlastung für die Innenstadt, da wie oben erwähnt definitiv keine Anbindung an die Innenstadt vorgesenen ist.
  • Der Binnen-, Ziel- u. Quellverkehr — und das ist der größte Anteil am Gesamtverkehr — wird in der Innenstadt bleiben (s. Lendringsen, trotz Umgehungsstraße), zumal durch die Errichtung des Lidl ein weiterer “Verkehrsmagnet” entstanden ist.
  • Das gesamte Naherholungsgebiet im Süden der Stadt wird erheblich beeinträchtigt, und die Natur zerstört.
  • Auf die Anlieger kommt eine massive Lärm- und Abgasbelästigung zu.
  • Auf die Einwohner der Stadt kommt eine noch nicht erkannte Lärmbelästigung zu; denn durch die hierzulande üblichen Winde aus Südwest wird das gesamte Gebiet der Innenstadt bis zu den Hängen des Kohlberges betroffen sein.
  • Die relativ hohen Brücken werden die Optik der Stadt eher beeinträchtigen als verbessern.
  • Durch die Brücken, in deren Nähe bekanntlich Menschen wohnen, wird der Lärmpegel zusätzlich ansteigen.
  • Auch die Bauzeit von mehreren Jahren stellt eine erhebliche Belastung dar.
  • Das Erweiterungsgebiet des Friedhofes wird teilweise verbaut. Braucht Neuenrade bald einen vierten Friedhof? Hier wird niemand mehr von Friedhofsruhe sprechen können. Andachten und Ansprachen am Grab sind nicht mehr hörbar (siehe Küntrop).
  • Diese Umgehungsstraße wird sich wie ein Sperrriegel (Wohngebietsanschmiegungsstraße) auswirken. Der Weg nach Süden in die Natur wird abgeschnitten.
  • Nur der echte Durchgangsverkehr wird hier fahren; die Bewohner der Wohngebiete nördlich der jetzigen B 229 werden weiterhin durch die Innenstadt Richtung Balve und Werdohl fahren.
  • Der gesamte Durchgangsverkehr aus dem Norden, z. B. über die Dahler Straße, muss entweder über die Werdohler Straße (Richtung Werdohl) oder über die Erste Straße (Richtung Balve) geleitet werden.
  • Im Winter ist bereits der Zugang von Werdohl bis zur Wilhelmshöhe in Neuenrade an mehreren Tagen durch Schnee und Eis erschwert oder gar gesperrt. Diese Wegführung liegt teilweise noch einmal 25 m höher und läuft zudem noch über zwei Brücken (Glättegefahr!). Die gesamte Trasse muss zusätzlich zur jetzigen B 229 geräumt und gestreut werden.
  • Südöstlich der Wilhelmshöhe befindet sich Neuenrades einziges “sichere” Nebelloch: der Nebel steigt vom Lennetal ins Hönnetal, wo er sich meistens auflöst. Diese Stelle wird voll getroffen.
  • Die Kaufbereitschaft in Neuenrade wird weiter abnehmen, viele Geschäfte werden Probleme bekommen. Wenn nur 40 % der Fahrzeuge in Zukunft über die neue Trasse fahren, also die Innenstadt meiden, werden 40 % weniger die Tankstelle aufsuchen, in den Supermärkten einkaufen, die Brötchen usw. fürs Büro oder für zu Hause besorgen, ein Geschenk spontan kaufen…

Beim Vergleich der Vor- und Nachteile stimmt es doch sehr nachdenklich, dass diese Trasse die vom Rat der Stadt Neuenrade und vom Landesbetrieb Straßenbau Hagen favorisierte ist. Dieses ist umso verwunderlicher, da sämtliche Kommunalpolitiker bei der erstmaligen Vorstellung der Trasse im Jahre 1997 der Meinung waren, dass diese Trasse so nicht akzeptiert werden kann, weil sie zu dicht an der Wohnbebauung vorbei führt.