Archive for the Allgemein Category

Verfahren startet frühestens 2020

Neue Entwicklungen zur Umgehungsstraße

Projektrealisierung weiter ungewiss

 

 

 

 

IG Glaubt nicht an die B229n

Jammer mit der Umgehungsstraße

Es ist ein Jammer mit der Umgehungsstraße!

Des einen Freud, des anderen Leid!

Die unendliche Geschichte!

Die mobile Gesellschaft – oder – Wer lässt sein Auto stehen?

(Mit Sicherheit lassen sich noch weitere treffende Titel zum Thema „Umgehungsstraße  für Neuenrade“ finden, wenn man sich wieder einmal die derzeitige Situation vor Augen führt. So möge sich jeder Leser die für ihn passende Überschrift aussuchen!)

Dass eine Umgehungstraße für Neuenrade wünschenswert ist, wissen nicht nur die Anwohner der Werdohler,  Ersten und der Bahnhofstraße als die am meisten Betroffenen, sondern alle Neuenrader. Auch die meisten Mitglieder der Interessengemeinschaft „B 229n – ortsfern e.V. sind für eine Auslagerung des Durchgangsverkehrs, allerdings auf einer Trasse, die den Namen „Umgehungsstraße“ auch verdient und nicht eine neue Verkehrsader in Sicht- und Hörweite der südlichen Wohnbebauung schafft.

Schon gegen Ende der 1970er Jahre gab es Planungen für eine Umgehungsstraße für Neuenrade, die in weiträumigem Abstand südlich der Stadt verlaufen sollte. Die Realisierung scheiterte damals am Widerstand der neuen Siedler in Küntrop. Ende der 1990er Jahre kam erneut Bewegung in die Angelegenheit, und es schien, als ob der neue Anlauf mit dem vom damaligen Landesstraßenbauamt favorisierten (oder besser: aufgezwungenen) Plan mit der ortsnahen Trasse bald von Erfolg gekrönt würde. Doch inzwischen sind mehr als 13 Jahre vergangen, ohne dass außer Ankündigungen etwas wirklich Zählbares zustande gekommen wäre. Seit Jahren wird auf Anfragen hin zum jeweiligen nächsten Frühjahr das Planfeststellungsverfahren avisiert, doch es wird Sommer, es wird Herbst, usw.

Natürlich hat sich auch die allgemeine Situation in der Verkehrspolitik, was den Straßenbau betrifft, gewandelt. Macht man sich einmal die Mühe und sieht sich im Internet die Liste der in Planung befindlichen Verkehrsprojekte in Bund und Land an, stellt sich sofort die Frage nach deren Finanzierung. So wird auch verständlich, dass die vorhandenen Mittel zur Finanzierung nicht ausreichen und Planungen revidiert, zurückgestellt oder gar ganz fallen gelassen werden müssen, wie die am 22.09.2011 vom damaligen NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger vorgestellte Prioritätenliste bestätigt.

Seit Jahresbeginn 2012 sind auch die vorher immer optimistischen Äußerungen vieler Neuenrader Kommunalpolitiker verstummt, hatte man doch bis dahin immer mit einem baldigen Planfeststellungsverfahren und einem bevorstehenden Baubeginn von spätestens 2013/14 gerechnet. Doch nun mehren sich die Stimmen aus Parteien und Fraktionen des Neuenrader Rates, die davon sprechen, dass die Umgehungsstraße mittelfristig wohl nicht realisiert werde, zuletzt BM Sasse im Stadtentwicklungsausschuss im September 2012.

Hier scheint man sich in Zukunft sowieso mehr einem innerstädtischen Entwicklungskonzept zuzuwenden, das vorsieht, die immer noch zunehmenden Leerstände in der Innenstadt abzubauen, allen voran die ehemalige Elektrotechnische Fabrik an der Werdohler Straße oder das Haus an der Ecke Erste Straße / Dahler Straße („Mäuseturm“) oder der ehemalige Ihr Platz. Es war sogar schon die Rede von einem „Mini-Outletcenter“ im „Mäuseturm“. Ob dies nun eine gute Lösung wäre, sei dahingestellt. Möglicherweise würde doch noch mehr Verkehr in die Innenstadt geholt.

Überhaupt wird hier das Dilemma deutlich: Auf der einen Seite möchte man den innerstädtischen Verkehr verringern und beruhigen, dem steht jedoch der Wunsch der Geschäftsleute nach Kundschaft entgegen. Diese Kundschaft kommt nun mal mit dem Auto, verursacht also den innerstädtischen Verkehr. Bekanntlich fahren Eltern ihre Kinder zu Kindergärten, Schulen und Sportstätten, Bankkunden zu Banken, Kirchgänger zu Kirchen und Gemeindehäusern, Patienten zu Ärzten, Physiotherapeuten und Apotheken, Firmenchefs und ihre Mitarbeiter zu ihren Betrieben, der Bürgermeister und seine Mitarbeiter ins Rathaus, Lehrer zu Schulen und schließlich alle, die einkaufen, zu Supermärkten, zum Baumarkt und zu den übrigen Geschäften.

Schließlich sei auch nochmal auf die Vielzahl von Betrieben, Geschäften und Firmen in der Innenstadt hingewiesen, die vom Schwerlastverkehr angefahren werden. Würde also eine Umgehungsstraße, die – falls sie überhaupt gebaut wird – definitiv KEINE ANBINDUNG an die Innenstadt bekommen würde, an dieser Situation wirklich etwas ändern?

Es ist unwahrscheinlich und stark zu bezweifeln, dass sich all die schönen Prognosen über eine lohnenswerte Entlastung der Innenstadt vom Verkehr bewahrheiten würden. Es sei denn, alle oben Genannten zögen an einem Strick und gingen zu Fuß oder stiegen um vom Auto aufs Fahrrad!

15.10.2012